Diözesanrat: „Für Visionen sind wir verantwortlich“
Bericht des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Augsburg:
Augsburg, 25.03.2011 Intensiv und engagiert war am ersten Tag der Vollversammlung der Austausch zwischen den Mitgliedern des Diözesanrates und Bischof Konrad Zdarsa. Angesichts des Priestermangels und der geplanten Zusammenlegungen von immer mehr Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten stand die pastorale Situation im Bistum Augsburg im Mittelpunkt. In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich der Wunsch formuliert, mit Augenmaß vorzugehen und das Gewachsene wertzuschätzen. Auch in kleinen Pfarreien müssen weiterhin kirchliche Strukturen bestehen, um das gemeindliche Leben zu erhalten. Ein Delegierter erinnerte daran, dass es zu wenig sei, immer nur auf Notsituationen zu reagieren. Kirche brauche eine Vision.
Bischof Zdarsa verdeutlichte in seinen Gesprächsbeiträgen, dass es ihm um wesentlich mehr gehe als um Struktur und Reform. Die eigentliche Not sehe er in der Glaubensnot der Menschen. Es kommt auf eine neue Beseelung der Menschen im Glauben an. Für diese Vision setze er sich ein. Wenn sich beispielsweise am Sonntag eine große Gemeinde zur Eucharistiefeier versammelt, ist das ein ermutigendes Zeichen. Ebenso wichtig ist, dass der Christ im Alltag erkenntlich ist. „Sind wir“, so fragte Bischof Zdarsa, „fähig, Auskunft zu geben über die Hoffnung, die wir als Christen in uns haben?“ In diese Richtung müssen verstärkt Bemühungen unternommen werden.
Erfolgreiche Laienarbeit
Eröffnet wurde die Versammlung des Laiengremiums mit einem Rückblick auf die viereinhalbjährige Amtsperiode. Der Vorsitzende Helmut Mangold zeigte die Breite des gesellschaftspolitischen Einsatzes auf. Konkret nannte er den Einsatz für den Schutz des Sonntags, die Förderung von Ehe und Familie oder aktuell die strikte Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik. In seinem Überblick ging er noch einmal auf die Missbrauchsfälle in der Kirche ein sowie die schwierige Situation im Bistum Augsburg im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Bischof Walter Mixa. „Der Augsburger Diözesanrat hat eine arbeitsreiche Periode hinter sich“, bilanziert Helmut Mangold. Er betonte, dass die Laien viel erreichen können. Allein im Bistum Augsburg gebe es mehr als 100 000 engagierte Laienvertreter. Entscheidend ist es, dass die Zusammenarbeit gelingt: zwischen Laien und geistlichen Amtsträgern ebenso wie zwischen Pfarrgemeinden, Verbänden und kirchlichen Initiativen.
